Orte in Lübeck, die man gesehen haben muss

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Wer in den Norden Deutschlands reist, kommt nicht umhin, einen Abstecher nach Lübeck zu machen. Schon von Weitem erblickt man die „Stadt der 7 Türme“, die mit ihrer weit bis ins Mittelalter zurückreichenden Geschichte vor nunmehr genau 30 Jahren zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde. Doch es verlocken nicht nur die Türme der beeindruckenden Kirchen zum lohnenswerten Aufstieg – von der Spitze des Doms bietet sich ein atemberaubender Rundblick –, auch die zahlreichen beschaulichen Hinterhöfe und Gänge der Altstadtinsel umgarnen jeden Besucher mit ihrem eigenen Charme. Der entfaltet sich um so mehr auf einer der berühmten Nachtwanderungen mit einem eigens kostümierten Nachtwächter. Im schummerigen Licht der Laternen erstrahlt die Stadt auf eine eigentümliche Weise und man glaubt nicht nur den Wächter erzählen zu hören, auch die Mauern und Winkel flüstern plötzlich von längst vergangenen Zeiten.

Wer von der Vorstellung einer Reise in weit zurückliegende Epochen angetan ist, der sollte sich das neu erbaute Hansemuseum nicht entgehen lassen. An der Untertrave gelegen präsentiert der moderne Bau mittelalterliche Geschichte als ein Happening der ganz besonderen Art. Fahren Sie mit einem Fahrstuhl hinab durch die verschiedenen Besiedlungsschichten von Lübeck und lassen Sie sich von fremden Klängen und gelungenen Diaprojektionen in die Zeit der Hanse entführen.

Unweit des Hansemuseums sollten Sie es unbedingt auf ein Selfie mit DEM Wahrzeichen der Stadt absehen, dem Holstentor. Nicht ganz so schief wie der Turm von Pisa neigt es sich leicht zur Seite, beeindruckt aber dennoch durch seine schiere Größe und architektonische Formgebung. Von hier aus ist es ein Katzensprung zum historischen Rathaus, das wie viele seiner im Norden gebauten Pendants im Stil der Backstein-Gotik erbaut wurde. Wer langsam eine Pause braucht, kann in einem der Aushängeschilder der Stadt Lübeck, dem Stammhaus von Niederegger, einkehren und das berühmte Marzipan probieren. Das Café ist in der Breiten Straße direkt neben dem Rathaus gelegen und bietet nicht nur kulinarisch, sondern auch optisch ansprechende Inspirationen für Souvenirs. Sollten Sie anschließend noch Lust zum Shoppen verspüren, dann wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen plötzlich mittelalterliche Wandmalereien entgegen leuchten. In einigen modern eingerichteten Kaufhäusern und Boutiquen wurden sie inzwischen freigelegt und gehen eine spannende Liaison mit dem modernen Ambiente des Interieurs ein.

Auch Liebhaber der jüngeren literarischen Klassiker kommen in Lübeck voll auf ihre Kosten. Sie können beispielsweise das Buddenbrookhaus besuchen, in dem die Familie Mann einst wohnte und wo heute unter anderem das Heinrich-und-Thomas-Zentrum angesiedelt ist. Wer sich dem nicht immer unumstrittenen Günter Grass verbunden fühlt, welcher im Alter in der Nähe von Lübeck heimisch war, kann das nach ihm benannte Günter-Grass-Haus besuchen. In diesem Museum wird das literarische, malerische und plastische Schaffen des 2015 verstorbenen Literaturnobelpreisträgers ausgestellt.

Dass Lübeck als Herrschafts- und vor allem Handelsresidenz schon immer begehrt war, liegt maßgeblich an der Anbindung zur Ostsee. So lohnt ein Abstecher zum nur wenige Kilometer entfernten Travemünde, wo alljährlich die Travemünder Woche stattfindet, die „kleine Schwester“ der Kieler Woche, der deutschlandweit größten Segelveranstaltung. Und auch der hiesige Fährhafen, von dem aus man bis nach Helsinki reisen kann, verrät es: Lübeck ist das Tor zum sagenumwobenen Baltikum. Doch verweilen Sie ruhig ein wenig innerhalb der Stadtmauern, bevor Sie sich den Wellen preisgeben, denn Lübeck lohnt sich!