Warum man die «Nordischen Filmtage Lübeck» gesehen haben muss

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Filme aus dem Norden? Da denken wir doch alle an Henning Mankells «Wallander» und die düstere Szenerie, in welcher diese Krimis stattfinden. Oder dann an «Broen» – Die Brücke, Sagà Noren, die seltsame Schwedische Ermittlerin.

In Lübeck findet seit 1956 jährlich ein Filmfestival statt, dass sich ganz den Streifen aus Nord- und Nordosteuropa widmet. Es ist das älteste Festspiel mit dieser Thematik und neben Rouen in Frankreich das einzige überhaupt, das sich mit dieser Thematik befasst.

Die Filmtage finden in der ersten Woche des Novembers statt. Sie werden in Kooperation mit den Filminstituten der nordischen und baltischen Länder durchgeführt. So werden jedes Jahr Filme aus dem Baltikum, Skandinaviens, sowie Island und Finnland gespielt. Sowohl Spielfilme, als auch Dokumentar- und Kurzfilme werden gezeigt. Es gibt auch ein umfangreiches Programm für Kinder und Jugendliche. Eine Retrospektive rundet das Ganze ab. Wie oft an Festivals gibt es die Möglichkeit an Workshops teilzunehmen, Seminare und Diskussionen, in denen das Gesehene durchgearbeitet wird.

Die Filmtage gelten als wichtig für die Branche, so besuchen es jährlich etwa dreissigtausend Besucher und einige Regisseure, die hier ihren ersten Film gezeigt haben, sind mittlerweile zu grossem Ruhm gelangt.

Was ist ein nordischer Film?

Um sich genauer vorstellen zu können, was denn das Besondere an diesen Film ist, hier kurz ein Überblick:

Lars von Trier ist wohl das bekannteste Exponat des Skandinavischen Films. Er ist ein Filmschaffender, der gerne provoziert, so stammen berühmte Streifen wie «Melancholia» oder «Nymphomaniac» von ihm.

2014 gewann «Life in a Fishbowl» oder auf Deutsch: «Strasse der Hoffnung» einen der Preise, im Film geht es um die Finanzkrise, welche 2008 Island sehr hart getroffen hat. In starken Bildern wird von einer Lehrerin erzählt, deren Gehalt nicht mehr zum Leben reicht oder auch von einem Schriftsteller, der dem Alkohol verfallen ist.

Nordischer Film an sich bildet ein eigenes Subgenre und die Zusammenfassung als Filme aus Skandinavien, Finnland, Island und dem Baltikum lässt sich durchaus rechtfertigen, da diese Länder über eine teilweise ähnliche Kultur, bei Skandinavien auch über eine sehr ähnliche Sprache verfügen. So ist auch die Mentalität der Menschen von Skandinavien bis ins Baltikum vergleichbar.

Diese Ähnlichkeiten führen zu allerlei spannenden Versuchen, wie beispielsweise dem Dogma 95, einem Versprechen ähnlich der «Nouvelle Vague», abgegeben von nordischen Regisseuren.

Und sonst?

Wer an Lübeck denkt, denkt automatisch an Marzipan. Schokoladenumhüllt ist das für viele von uns süsse Sünde, die mindestens zur Vorweihnachtszeit gehört. So kann man beim bekanntesten Hersteller allerlei Süsses degustieren, man kann Figuren aus Marzipan bestaunen und die Daheimgebliebenen, die kommen natürlich auch nicht zu kurz, denn man kann sich mit einem Vorrat an Produkten auf die Heimreise machen.

Auch eine nette Altstadt gibt es in Lübeck, die zu besuchen sich alleweil lohnt. Im Winter wird in eine Eislaufbahn aufgebaut.

Weltbekannt ist das Holstentor, das Stadttor Lübecks. Seit vielen Jahren beherbergt es das Stadtmuseum. Das markante Gebäude mit den drei Türmen wurde im spätgotischen Stil erbaut. Interessant ist der deutliche Unterschied zwischen der Stadt- und der Feldseite: So ist die Stadtseite reich an Fenstern, die Feldseite hat nur wenige Fenster, aber dafür Schiessscharten, um für mögliche Angreifer gerüstet zu sein.